Skip to content


Batman – The Dark Knight

Eigentlich war es klar, den neuen Batman am Premierenwochenende zu sehen, durch diverse Umstände kam es aber nicht dazu und auch alle Termine bis gestern Abend waren nicht möglich. Aber das ist alles Schnee von gestern, denn letztendlich hab ich es doch noch ins Kino geschafft, um The Dark Knight auf der Leinwand zu sehen und um nicht bis zum DVD-Start warten zu müssen.

Mit den Begriffen bester Film und Lieblingsfilm hantiere ich, in der Regel, willkürlich bis bedacht, lege mich aber auf keinen Fall gern längerfristig fest. Meine letzten Filme, die zu Lieblingen erklärt wurden, waren allesamt nette, kurzweilige Komödien, die man jederzeit zwischendurch schauen kann.

Gestern nach zweieinhalb Stunden Batman geriet ich ins Grübeln, klar meine Meinung an dem Film war hoch und die Vorschusslorbeeren waren allesamt gerechtfertigt, aber es fiel mir noch schwer einzuschätzen, wie hoch ich den neuen Batman-Film anzusiedeln habe.

Eine reiflich zu überlegende Endscheidung, die ich schlafend überdenken wollte, schließlich geisterte mir noch Departed – Unter Feinden, als hochkarätig besetzter Mafia-Thriller als Konkurrenz in der Kategorie „Bester Film ever“, durch den Hinterkopf…

Nach reiflichen Überlegungen, ungeachtet der Tatsache, dass ich Departed sicherheitshalber noch später über die Mattscheibe laufen lassen werde, erkläre ich hiermit offiziell Batman – The Dark Knight zum besten Film, den ich bisher gesehen hab, obwohl ich später noch einige kleinere Kritikpunkte anzubringen habe.

Der Film von Regie- und Drehbuchgenie Christopher Nolan, zählte definitiv zu den Filmen, bei denen ich auch nach 2,5 Stunden Sitzen im Kinosessel traurig war, als der Film zu Ende ging – ich wünschte insgeheim der Film möge ewig gehen, denn genug Ausschlachtungspotenzial wäre noch vorhanden gewesen.

Streng genommen sind die 152 Minuten Spieldauer auch nicht ganz richtig, denn The Dark Knight ist schließlich Teil einer, wie es momentan aussieht, Trilogie und daher muss der Film wenigstens partiell als Ganzes betrachtet werden.

Ich hab mich im Vorfeld, wie bereits erwähnt, qualifiziert, mich anschicken zu dürfen den Batman ins Detail zu beleuchten, habe ich doch extra vor dem Kinobesuch in mühsamer Kleinstarbeit alle älteren Batman-Filme als Vergleichobjekte gesehen und mich damit zum kleinen Batman-Geek gemausert.

Ein klarer Bruch ist auf jeden Fall zwischen der Joel Schumacher & Tim Burton-Reihe, die 1997 zu Ende ging, und der Neuauflage von Christopher Nolan mit Batman Begins und nun halt The Dark Knight zu sehen.

Mit Batman Begins gelang es Nolan bereits mit Teil eins seiner Trilogie sämtliche Batman-Filme davor in den Schatten zu stellen. Nachdem ich kurz vor dem Kinobesuch noch schnell die DVD konsumiert hatte, war ich wieder hellauf begeistert von der neuen Darstellung des dunklen Ritters durch Nolan und mit dem zweiten Teil, The Dark Knight geht er noch viel weiter:

Der Milliardär Bruce Wayne (Christian Bale) jagt als maskierter und mit Hightech ausgerüsteter Batman nachts in Gotham City das Verbrechen. Korruption und organisierte Kriminalität herrschen zwar weiterhin, doch die Gangster werden langsam nervös – zumal ihnen neben Batman auch der neue engagierte Staatsanwalt Harvey Dent (Aaron Eckhart) zu Leibe rückt. Als Batman und Dent sich gemeinsam mit dem Polizeioffizier Gordon (Gary Oldman) verbünden und fast die ganze Mafia und ihr Vermögen dingfest machen, wird der wahnsinnige Joker (Heath Ledger) auf Batman angesetzt. Und tatsächlich terrorisiert der ominöse Irre mit seiner Bande nicht nur die Stadt, sondern verstrickt den Dunklen Ritter samt seinen Gefährten in ein diabolisches Spiel, das bis an ihre seelischen und moralischen Grenzen geht.

Der Film ist, nicht ganz so extrem wie bei Departed, mit namenhaften Schauspieler besetzt, die durch die vielschichtige und breit gefächerte Geschichte alle genug Platz zum Glänzen haben.

Christian Bale spielt erneut einen kühlen Batman, den ich, eventuell genau darum, für die ideale Besetzung halte. Bis Batman Begins habe ich Michael Keaton, der Batman in den ersten Filmen am Anfang der 90er-Jahre verkörpert, schon die eine oder andere Träne nachgeweint. Schließlich fand ich die damalige Verkörperung von Bruce Wayne sehr stark, auch wenn die Kluft zwischen Figur und Alter-Ego zu groß war. Der neue Batman ist da doch noch um Längen besser, denn sowohl Alter-Ego Batman, als auch Bruce Wayne bekommen durch Christian Bale den gleichen kühlen Touch, der mich in Equilibrium so fasziniert hat.

Michael Caine, wieder als vorzüglichen Butler Alfred zu sehen, eine Figur, für die ich in allen Filmen bisher schwärmen konnte. Die väterliche, mit Hang zum Ironischen, Seite wird im neusten Batman noch weiter bei Alfred nach vorne gekehrt, wirkt aber keinesfalls aufgesetzt sondern regelrecht sympathisch.

Morgan Freeman spielt ebenso erneut den Batman-Verbündeten Lucius Fox, der als treuer Entwicklerfreund für den nötigen technischen Schnickschnack sorgt. Die Rolle wirkt angelehnt an den Bond-Entwickler Q, der ebenfalls in allen Filmen stets mit Humor und Lockerheit, sehr ansprechend rüberkommt.

Gary Oldman mimt erneut den, ständig beförderten und daher von mir nur als Polizisten bezeichneten Jim Gordon. Eine solide Leistung die er bietet und die Figur wirkt als habe sie Hand und Fuß. Oldman kommt nicht zur vollen Leistungsentfaltung, wie zum Beispiel in Das Fünfte Element, da die Gordon-Figur nur am Rande mitwirkt und nicht so zentral im Mittelpunkt der Handlungen steht.

Maggie Gyllenhaal ist neu besetzt, spielt aber die alt bekannt Rolle der mehr als guten Freundin Rachel Dawes, die in Batman Begins noch von Katie Holmes verkörpert wurde. Der Wechsel der Schauspielerin fällt äußerlich wenig auf, ich bin aber froh, dass die Scientology-Tante und Tom-Cruise-Puppe, der ich wenig Sympathie entgegenbringen kann verschwunden ist. Kann gut sein, dass mir die Rachel-Figur darum im zweiten Teil deutlich besser gefällt, was jetzt die schauspielerischen Leistungen von Frau Gyllenhaal nicht schmälern muss…

Aaron Eckhart, mir erst durch Thank You for Smoking wirklich bekannt, verkörpert Harvey Dent, der im Batman Universum von großer Bedeutung ist. Seine Rolle wirkte im Vergleich relativ fade und blass. Eigentlich fatal, schließlich soll Harvey Dent als engagierter Staatsanwalt, als heller Ritter, dem dunklen Ritter zur Seite stehen. Seine große Rolle und Bedeutung wird aber eigentlich nur durch Bruce Wayne hervorgebracht, der nicht müde wird Harvey Dent dem Zuschauer als Heilsbringer zu präsentieren. Die Folgeereignisse, die aus Spoiler-Gründen nicht näher beleuchtet werden, wirken unter diesen Bedingungen nicht mehr so dramatisch – jeder der den Film gesehen hat kann jetzt sicherlich, auch ohne große Andeutungen verstehen was ich sagen will…

So nun habe ich mich figurentechnisch endlich zu Heath Ledger vorgekämpft. Im Vorfeld wurde sehr viel über den Joker gesprochen und es wurde gemutmaßt, dass er durch seinen tragischen Tod den Oscar quasi schon sicher hätte. So sehr ich den Tod von Ledger auch bedauert habe, es wäre Mumpitz ihm den Oscar einfach zum Abschied zu schenken. Nein er soll sich den Oscar verdient haben und wenn es um den Titel bester männlicher Haupt- oder Nebendarsteller geht, kann man jetzt sehen wie man will, hätte Heath Ledger eigentlich mehr als nur einen Oscar verdient. Ja richtig, ich fand den Joker im neuen Batman richtig stark! Realistisch betrachtet spielt Ledger nicht 2,5 Stunden den Joker, nein er ist der Joker… Es tut mir ja auch irgendwo Leid für Jack Nicholson, den wohl begnadetsten Schauspieler in Sachen Rollenverinnerlichung, der in Batman ebenfalls den Joker mimte. Aber Ledger lässt den alten lustigen bis ironischen Joker völlig vergessen. Mit groteskem Wahnsinn und unheimlicher Brutalität wird der Joker zum wahren Schrecken für Gotham-City.

Im Gegensatz zu Iron Man wirkt Batman in den Händen von Christopher Nolan kalt, düster und fast schon zu steril. Die emotionale Bindung, die zwischen Zuschauer und Hauptfigur entstehen soll, wirkt auf den ersten Blick fast schon als unlösbar, den Batman verfolgt seine Ziele mit Härte und ist stark berechnend. Die flapsigen Sprüche, die die Figur ein wenig auflockernd kann man an drei Fingern abzählen und somit wird ein sehr, sehr dunkles Bild vom dunklen Ritter gezeichnet. Auf der anderen Seite wird, dadurch dass der ganze Hightech-Kram gezeigt wird, in beiden bisherigen Teilen, die Figur des Batmans fast schon fast entmystifiziert und stark vermenschlicht. Okay, es ist eigentlich klar, Batman ist kein Superheld im klassischen Sinne, da seine Kraft allein auf Schnickschnack, Willen und Training beruht, aber will ich das wirklich so schonungslos sehen?

Meine Antwort lautet ja, denn auf der verbissenen Ergeizschiene konnte ich Batman bereits im ersten Teil tief in mein Herz einschließen, im neuen Film war ich zwar stellenweise von der Kälte und Härte überrascht aber nie wirklich schockiert. Um seine Ziele zu erreichen und um den Superschurken zu schnappen muss Batman ein paar Gesetze, außer seine eigenen, brechen, um Erfolg zu haben. Der Mix aus Vermenschlichung und eiserner Härte gab bei mir letztendlich den Ausschlag den neuen Batman voll und ganz anzunehmen und das filmische Meisterwerk in vollen Zügen zu genießen.

Schließlich halte ich auch nichts von weichgespülten Helden, die nur aus Liebe und Treue handeln, dann doch lieber ein kalter hassgetriebener und bedrohlicher Batman, bei dem die Angst der Gegner nachvollziehbar ist und der gut und gerne in jedem Disney-Film selbst den Bösen geben könnte.

Auf Grund der emotional aufgebauten Beziehung nahm mich der melancholische, verstörende und doch grandiose Schluss stark mit und ich verspürte Mitleid und wünschte mir nichts sehnlicher als den dritten Teil im Anschluss sehen zu können. So bleiben mir nur ein unvergesslicher Film und ein DVD-Erscheinungstermin der dick und fett im Kalender notiert wird. Denn diesen starken Film muss ich noch öfters sehen!

Ähnliche Artikel

Abgelegt in Kino, TV & DVD.

Tags: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , .


One Response

Verpasse nichts von den Kommentaren und abonniere den Kommentar-Feed.

Continuing the Discussion

  1. Filmstöckchen | HaiFive linked to this post on 8. November 2009

    [...] habe zahlreiche Filme schon mehr als zehnmal gesehen. The Matrix, Batman – The Dark Knight, die ersten Star Wars-Filme, quasi alle Will Ferrell Filme [...]



Some HTML is OK

or, reply to this post via trackback.

Comments links could be nofollow free.