Retro-Gaming
Arcade-Sticks, und wann sich der Umstieg lohnt
Kugelgriff, Mikroschalter, acht Tasten. Ein Eingabegerät für genau eine Sorte Spiel, das dort aber alles ändert.
- 8
- Tasten im klassischen Layout
- 2–4 mm
- Auslöseweg der Mikroschalter
- 3–4 kg
- Gewicht brauchbarer Gehäuse
Ein Arcade-Stick ist kein besseres Eingabegerät, sondern ein anderes. Für Rennspiele, Rollenspiele und alles mit Kameraführung über den rechten Stick ist er unbrauchbar. Für Prügelspiele, Schießautomaten und alles, was ursprünglich an einem Automaten mit Hebel gespielt wurde, ist er die Bauform, für die diese Spiele entworfen wurden.
Was den Unterschied macht
Drei Dinge, und keines davon ist Nostalgie.
Die Schalter. Unter jeder Taste sitzt ein Mikroschalter mit klar spürbarem Auslösepunkt nach zwei bis vier Millimetern. Man weiß im Moment des Drückens, ob die Eingabe registriert wurde. Bei Gummikuppeln unter Controllertasten ist dieser Punkt weich und variiert mit dem Verschleiß.
Die Trennung der Richtungen. Ein Hebel mit Vierwege- oder Achtwegeführung schaltet definierte Richtungen. Ein Analogstick liefert einen stufenlosen Wert, den das Spiel in Richtungen übersetzt. Für Eingabefolgen, bei denen es auf die Reihenfolge der Richtungen ankommt, ist die mechanische Trennung deutlich zuverlässiger.
Die Handhaltung. Beide Hände arbeiten unabhängig auf einer Fläche, statt ein Gerät zu halten. Das ist bei langen Sitzungen ermüdungsärmer und erlaubt Tastenkombinationen, die am Controller anatomisch schwierig sind.
Das Gewicht ist ein Qualitätsmerkmal
Ein Stick unter zwei Kilogramm rutscht beim Spielen. Auf dem Schoß fällt das weniger auf, auf dem Tisch sofort. Brauchbare Gehäuse liegen bei drei bis vier Kilogramm, teils mit Metallbodenplatte und Gummifüßen.
Das ist der zuverlässigste Hinweis auf Qualität in einer Produktkategorie, in der sich sonst wenig aus der Ferne beurteilen lässt: Ein Hersteller, der beim Gewicht spart, hat auch bei den Schaltern gespart.
Die Reparierbarkeit ist der eigentliche Kaufgrund
Hebel und Tasten folgen seit Jahrzehnten einem Standardmaß. Ein guter Stick lässt sich deshalb komplett umbauen: andere Federhärte, kürzerer Auslöseweg, anderer Griff. Verschlissene Teile kosten wenige Euro.
Das macht die Kaufentscheidung anders als bei Controllern. Ein Stick für zweihundert Euro mit tauschbaren Standardteilen ist über zehn Jahre billiger als drei Controller. Deshalb lohnt es auch, bei der Bauform auf offene Bodenplatten und Schraubverbindungen statt Klebeverbindungen zu achten.
Wer keine Prügelspiele spielt, sondern schlicht das Steuerkreuz von damals vermisst, ist mit den Lösungen unter Retro-Controller am PC besser und deutlich günstiger bedient.
Anbieter im Überblick
Arcade-Stick mit klassischem Hebel
Kugel- oder Batgriff, acht Tasten im gebogenen Layout, Gehäuse mit ausreichend Masse.
Preisrahmen 130–260 €
Spricht dafür
- Kommt dem Automatengefühl am nächsten
- Hebel und Tasten sind Standardteile und einzeln tauschbar
- Schwer genug, um auf dem Schoß zu liegen
Spricht dagegen
- Umstellungszeit von mehreren Wochen
- Sperrig, braucht einen festen Aufbewahrungsplatz
Stick im Hitbox-Layout
Richtungen über vier Tasten statt Hebel. Flacher, leichter und leiser als die klassische Bauform.
Preisrahmen 150–280 €
Spricht dafür
- Präzisere und schnellere Richtungseingaben
- Flach, passt in eine Laptoptasche
- Deutlich leiser als ein Hebel
Spricht dagegen
- In einzelnen Regelwerken eingeschränkt
- Für klassische Automatenspiele ungewohnt
Austauschteile für Hebel und Tasten
Hebel, Tastenkappen und Mikroschalter im Standardmaß. Der Grund, warum ein guter Stick zehn Jahre hält.
Preisrahmen 20–60 €
Spricht dafür
- Verschleißteile einzeln ersetzbar, kein Neukauf
- Auslöseweg und Federhärte an die eigene Hand anpassbar
Spricht dagegen
- Einbau erfordert Öffnen des Gehäuses und etwas Geduld
Häufige Fragen
Wird man mit einem Arcade-Stick besser?
Was ist eine Hitbox und warum nutzen sie so viele?
Lohnt ein günstiger Stick zum Ausprobieren?
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