Retro-Gaming
Mini-Konsolen, der lizenzierte Weg zurück
Verkleinerte Neuauflagen mit fest eingebauter Spieleauswahl. Nichts einzurichten, nichts zu klären, dafür keine Erweiterung.
- 20–50
- enthaltene Titel
- HDMI
- Anschluss ohne Adapter
- 2016–2020
- Erscheinungswelle
Die Welle der Mini-Konsolen zwischen 2016 und 2020 hat etwas geschafft, woran der Rest des Retro-Marktes scheitert: einen sauberen, lizenzierten und sofort funktionierenden Weg zu alten Spielen. Man packt das Gerät aus, steckt HDMI ein, und die Sammlung, für die man sonst Module, Konsole und einen Bildwandler bräuchte, läuft.
Der Preis dafür ist die Endgültigkeit. Was auf dem Gerät ist, ist drauf. Was fehlt, fehlt für immer.
Für wen sich das rechnet
Die Rechnung ist einfacher, als sie aussieht. Man nehme die Titelliste der jeweiligen Mini-Konsole und markiere die Spiele, die man tatsächlich spielen würde. Sind es fünf oder mehr, ist die Konsole preiswert. Sind es zwei, ist ein Abo-Katalog der aktuellen Konsolengeneration meist die bessere Wahl, weil dort dieselben Klassiker enthalten sind.
Diese Prüfung ist deshalb wichtig, weil die Titellisten stark kuratiert sind und die persönlich prägenden Spiele oft gerade fehlen. Wer eine bestimmte Reihe sucht, sollte sie in der Liste nachsehen, statt anzunehmen, sie sei dabei.
Der Bildvorteil, den kaum jemand erwähnt
Originalhardware an einem modernen Fernseher ist ein Problem. Die Konsolen von damals geben ein analoges Signal aus, das für Bildröhren gedacht war, und moderne Fernseher wandeln es schlecht und mit spürbarer Verzögerung. Ein guter externer Bildwandler kostet mehr als eine gebrauchte Mini-Konsole.
Die Mini-Konsolen umgehen das komplett: Sie berechnen das Bild digital und geben es über HDMI aus. Zusätzlich bringen die meisten Modelle eine Darstellung mit, die die Zeilenstruktur einer Bildröhre nachbildet, weil viele Grafiken damals auf diese Unschärfe hin gestaltet wurden.
Das Kabelproblem
Fast alle Modelle wurden mit sehr kurzen Controllerkabeln ausgeliefert, weil die Gehäuse als Vitrinenstücke gedacht waren. Anderthalb Meter reichen für einen Fernseher, an dem man direkt davorsitzt, und nicht für ein Sofa.
Verlängerungen gibt es günstig, aber die Steckerform unterscheidet sich zwischen den Modellen. Vor dem Kauf lohnt der Blick, welcher Anschluss verbaut ist. Wer stattdessen ganz auf andere Eingabegeräte umsteigen will, findet unter Retro-Controller am PC die Alternativen.
Gebrauchtkauf ist der Normalfall
Die meisten Modelle sind aus der Produktion. Der Gebrauchtmarkt ist entspannt, weil die Geräte kaum Verschleißteile haben: kein Laufwerk, kein Lüfter, kein Akku. Zu prüfen sind Netzteil, Controller und ob das Gerät startet. Alles andere ist bei dieser Bauart unkritisch.
Anbieter im Überblick
Mini-Neuauflagen der 8- und 16-Bit-Ära
Verkleinerte Gehäuse mit 20 bis 30 fest installierten Titeln, HDMI-Ausgang, ein oder zwei Controller.
Preisrahmen 60–140 € gebraucht
Spricht dafür
- Lizenziert und sofort spielbar, nichts einzurichten
- Speicherpunkte und Zurückspulen bei Titeln, die das nie hatten
- Bildmodi inklusive Zeilennachbildung
Spricht dagegen
- Titelauswahl endgültig, keine Erweiterung vorgesehen
- Controllerkabel bei mehreren Modellen sehr kurz
Verlängerungskabel für Mini-Controller
Löst das häufigste Ärgernis der Bauart. Die Originalkabel sind für ein Gerät direkt am Fernseher gedacht, nicht fürs Sofa.
Preisrahmen 10–20 €
Spricht dafür
- Macht die Konsole überhaupt erst wohnzimmertauglich
- Günstig, kein Eingriff ins Gerät
Spricht dagegen
- Steckerform modellabhängig, vor dem Kauf prüfen
Häufige Fragen
Lassen sich weitere Spiele nachrüsten?
Sind Mini-Konsolen gebraucht eine gute Idee?
Wie gut sieht das auf einem modernen Fernseher aus?
Passend dazu
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Kleine Linux-Geräte mit Steuerkreuz, die alte Systeme nachbilden. Technisch faszinierend, rechtlich heikel, und der Markt ist voller Geräte mit vorinstalliertem Diebesgut.
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