Setup
Licht im Spielzimmer, jenseits der Farbverläufe
Bunte Streifen sehen auf Fotos gut aus. Was die Augen entlastet, ist etwas anderes, und es kostet weniger.
- 2700–4000 K
- sinnvolle Farbtemperatur
- > 90
- brauchbarer Farbwiedergabeindex
- 1
- Lichtquelle hinter dem Bildschirm
Beleuchtung im Spielzimmer wird als Gestaltungsfrage verkauft und ist überwiegend eine Frage der Augen. Wer abends mehrere Stunden auf einen hellen Bildschirm in einem dunklen Raum schaut, merkt das am nächsten Tag, und keine Bildschirmeinstellung ändert daran etwas.
Der eine Handgriff, der wirkt
Eine Lichtquelle hinter dem Bildschirm, die die Wand dahinter aufhellt. Mehr braucht es nicht.
Der Grund ist die Anpassung der Pupille. Sie stellt sich auf die durchschnittliche Helligkeit im Sichtfeld ein. Ist der Bildschirm hell und alles drumherum dunkel, muss sie ständig nachregeln, sobald der Blick wandert. Hebt man die Umgebung auf ein mittleres Niveau an, entfällt dieses Nachregeln.
Der Aufwand dafür liegt bei etwa zwanzig Euro und zehn Minuten. Es ist mit Abstand die wirksamste Einzelmaßnahme im ganzen Setup.
Farbtemperatur schlägt Farbe
Für die Wirkung zählt nicht, ob das Licht bunt ist, sondern wie warm es ist und wie hell.
Warmweiß um 2700 bis 3000 Kelvin ist abends richtig. Neutralweiß bis 4000 Kelvin passt tagsüber. Kaltweißes Licht über 5000 Kelvin hält wach, was am Vormittag hilft und um 23 Uhr schadet.
Gesättigte Farben liefern kaum Helligkeit. Ein Streifen, der in kräftigem Blau oder Rot leuchtet, hebt die Umgebungshelligkeit fast nicht an. Wer bunte Akzente will, braucht sie zusätzlich zu einer neutralen Lichtquelle, nicht anstelle.
Der Farbwiedergabeindex
Eine Angabe, die bei günstigen Leuchtmitteln gern fehlt. Sie beschreibt, wie natürlich Farben unter diesem Licht aussehen, auf einer Skala bis 100. Unter 80 wirken Hauttöne fahl und Holz grau. Ab 90 sieht es gut aus.
Wo das besonders auffällt, ist bei ausgestellten Sammlungen. Ein Regal mit Figuren unter billigem Licht sieht leblos aus, und das liegt nicht an den Figuren. Mehr dazu unter Vitrinen.
Was RGB tatsächlich leistet
Als Gestaltungsmittel funktioniert farbiges Licht gut, besonders als indirekter Akzent an Wand oder Regal. Als Grundbeleuchtung taugt es nicht.
Der zweite Punkt betrifft die Haltbarkeit: Fast alle farbigen Systeme hängen an einer App und einem Konto. Endet die Softwarepflege, bleibt im besten Fall eine einfache Leuchte, im schlechteren gar nichts. Wer das vermeiden will, achtet auf Systeme, die zusätzlich einen physischen Schalter und einen offenen Standard unterstützen.
Anbieter im Überblick
LED-Streifen für hinter den Bildschirm
Selbstklebender Streifen auf der Rückseite des Monitors, warmweiß oder mit einstellbarer Farbtemperatur.
Preisrahmen 15–40 €
Spricht dafür
- Größter messbarer Effekt pro ausgegebenem Euro
- Dimmbar, abends deutlich angenehmer
- Montage in zehn Minuten
Spricht dagegen
- Klebeband löst sich in warmen Räumen mit der Zeit
- Netzteil braucht eine freie Steckdose
Stehleuchte mit indirektem Anteil
Beleuchtet Decke und Wand statt den Arbeitsplatz. Die klassische Lösung für gleichmäßige Grundhelligkeit.
Preisrahmen 60–200 €
Spricht dafür
- Gleichmäßiges Licht ohne Schlagschatten
- Kein Kleben, kein Basteln, überall aufstellbar
- Auch außerhalb des Spielbetriebs nützlich
Spricht dagegen
- Braucht Stellfläche
- Bei niedrigen Decken weniger wirksam
Farbige Akzentleuchten
Lichtelemente für Wand oder Regal, farblich steuerbar. Reine Gestaltung, keine Funktion.
Preisrahmen 30–120 €
Spricht dafür
- Deutlicher optischer Effekt, gut für Aufnahmen
- Meist per App und Sprachsteuerung schaltbar
Spricht dagegen
- Trägt nichts zur Grundhelligkeit bei
- App-Abhängigkeit, Funktion endet mit der Softwarepflege
Häufige Fragen
Warum ist Licht hinter dem Bildschirm sinnvoll?
Welche Farbtemperatur ist richtig?
Sind bunte Farbverläufe schädlich?
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