Setup
Mikrofon fürs Streaming, für Leute die noch nicht streamen
Die Raumakustik entscheidet mehr als das Mikrofon. Zwei Handtücher bringen oft mehr als hundert Euro Aufpreis.
- 15–20 cm
- richtiger Sprechabstand
- Niere
- passende Richtcharakteristik
- 2
- Handtücher gegen Hall
Wer zum ersten Mal eine Aufnahme von sich hört, sucht den Fehler meistens beim Mikrofon. In den meisten Fällen liegt er woanders: beim Abstand, beim Raum und bei der Ausrichtung. Ein Mikrofon für achtzig Euro in einem gedämpften Raum klingt besser als eines für dreihundert in einem leeren Zimmer.
Die Reihenfolge, in der es besser wird
Erstens der Abstand. Fünfzehn bis zwanzig Zentimeter zum Mund, nicht sechzig. Aus einem halben Meter Entfernung nimmt jedes Mikrofon vor allem den Raum auf. Aus zwanzig Zentimetern nimmt es die Stimme auf und den Raum nur nebenbei. Das ist der Grund für Mikrofonarme: nicht Optik, sondern Abstand.
Zweitens der Raum. Reflexionen an nackten Wänden sind das, was als hallig wahrgenommen wird. Ein Teppich, ein Vorhang, ein gefülltes Bücherregal und, falls nötig, zwei aufgehängte Handtücher hinter dem Sprechplatz ändern den Klang deutlich hörbar. Das kostet nichts und schlägt jeden Gerätewechsel.
Drittens die Ausrichtung. Die meisten Einsteigermikrofone nehmen von vorne auf, nicht von oben. Ein Mikrofon, das aufrecht auf dem Tisch steht und in die Decke zeigt, nimmt genau das auf: die Decke. Es muss auf den Mund zeigen.
Erst danach lohnt es, über das Gerät nachzudenken.
Richtcharakteristik verstehen
Für eine Person, die alleine spricht, ist Niere richtig. Das Mikrofon nimmt von vorne auf, seitlich abgeschwächt und von hinten fast gar nicht. Damit fallen Tastatur, Lüfter und Straßenlärm hinter dem Gerät deutlich zurück.
Kugel nimmt aus allen Richtungen gleich auf und ist für Gespräche mehrerer Personen an einem Tisch gedacht. Wer sie versehentlich einstellt, wundert sich über den halligen Klang.
Acht nimmt von vorne und hinten auf und ist für Gespräche zu zweit gegenüber gedacht. Im Alltag selten sinnvoll.
Was den Unterschied zum Headset-Mikrofon ausmacht
Ein Headset-Mikrofon ist auf Verständlichkeit optimiert und filtert kräftig. Das Ergebnis reicht für Absprachen und klingt nach Telefon. Ein Tischmikrofon liefert den vollen Frequenzumfang der Stimme.
Wer beides braucht, koppelt sie: Ton über das Headset, Stimme über das Tischmikrofon. Welche Kopfhörer dazu passen, steht unter Gaming-Headsets.
Anbieter im Überblick
USB-Mikrofon mit Nierencharakteristik
Der Standardeinstieg. Anschließen, Eingang wählen, sprechen.
Preisrahmen 70–150 €
Spricht dafür
- Sofort einsatzbereit, keine Zusatzgeräte
- Nierencharakteristik blendet den Raum hinter dem Mikrofon aus
- Meist mit Kopfhörerausgang zur Kontrolle
Spricht dagegen
- Klangbearbeitung nur über Software
- Für mehrere Sprecher an einem Gerät ungeeignet
Mikrofonarm mit Tischklemme
Bringt das Mikrofon in Mundhöhe und entkoppelt es von Tastaturanschlägen.
Preisrahmen 30–80 €
Spricht dafür
- Richtiger Abstand ohne verrenkte Haltung
- Tischgeräusche werden nicht mehr übertragen
- Mikrofon lässt sich wegschwenken
Spricht dagegen
- Tischplatte muss eine Klemme zulassen
- Billige Arme sacken mit schweren Mikrofonen ab
Absorber und Popschutz
Schaumstoffelemente hinter dem Sprechplatz und ein Stoffschirm vor dem Mikrofon.
Preisrahmen 20–60 €
Spricht dafür
- Größter Klanggewinn pro Euro im ganzen Aufbau
- Wirkt bei jedem Mikrofon, unabhängig vom Preis
Spricht dagegen
- Sichtbar, in Wohnräumen nicht immer erwünscht
Häufige Fragen
USB oder XLR?
Warum klingt meine Aufnahme hallig?
Brauche ich einen Popschutz?
Passend dazu
Gaming-Headsets
Klinke, USB oder Funk. Der Anschluss entscheidet darüber, an wievielen Geräten das Headset später noch funktioniert, und damit über den Preis pro Nutzungsjahr.
Schreibtisch
Höhe, Tiefe, Tragfähigkeit und Kabel. Vier Maße, die vor jeder Kaufentscheidung stehen und die kaum eine Produktseite vollständig nennt.
Gaming-Stühle
Die Rennsitzform kommt aus dem Auto und löst dort ein Problem, das am Schreibtisch nicht existiert. Was tatsächlich zählt, steht in vier Angaben.
Monitor für die Konsole
120 Hertz, niedriger Eingabeverzug, variable Bildrate. Drei Angaben zählen, eine vierte wird vergessen und ruiniert das Ergebnis.