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Retro-Gaming

Retro-Controller am PC und an der Konsole

Nachbauten mit USB, Adapter für Originalgeräte oder Bluetooth-Module im alten Gehäuse. Drei Wege, das Steuerkreuz von damals wieder zu benutzen.

Zuletzt geprüft am 14.8.2026 · 6 Minuten Lesezeit

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Wege
1–8 ms
Zusatzverzögerung durch Adapter
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Richtungen beim echten Steuerkreuz

Wer alte Spiele auf modernen Geräten spielt, merkt schnell, dass das Bild nicht das Problem ist. Das Problem ist das Steuerkreuz. Ein Plattformspiel von 1992 wurde für ein Kreuz entworfen, das genau vier Richtungen kennt und dazwischen nichts. Moderne Kreuze lösen Diagonalen bereitwillig aus, und in einem Spiel, in dem ein ungewollter Schritt nach schräg unten tödlich ist, fühlt sich das falsch an, ohne dass man gleich benennen kann, warum.

Die drei Wege

Nachbauten sind die einfachste Lösung. Es gibt sie in den Formen der bekannten Controller, mit neuen Schaltern und meist mit Bluetooth zusätzlich zum Kabel. Sie sind neu, verschleißfrei und funktionieren an PC, Handheld und Telefon. Was sie nicht immer treffen, ist das Gehäusegefühl: Kunststoffmischung und Oberflächenstruktur der Originale sind schwer nachzubilden.

Adapter sind die richtige Wahl, wenn die Originalcontroller noch da sind. Ein kleiner Zwischenstecker macht aus dem alten Anschluss einen USB-Anschluss. Damit spielt man buchstäblich mit demselben Gerät wie damals, inklusive der ausgeleierten Gummikuppeln, die inzwischen dreißig Jahre alt sind.

Bluetooth-Module sind die Kombination aus beidem: Das Original bleibt erhalten, wird aber kabellos und modern anschließbar. Der Einbau ist meist ohne Löten möglich.

Die Verzögerungsfrage, ehrlich beantwortet

Jeder Adapter fügt Verzögerung hinzu, weil er das Signal umsetzt. Bei guten Modellen liegt sie bei ein bis zwei Millisekunden und damit weit unter dem, was ein Mensch bemerkt. Ein einzelnes Bild bei 60 Hertz dauert etwa 17 Millisekunden.

Kritisch wird es bei sehr günstigen Universaladaptern, die mehrere Systeme unterstützen und dafür langsam abfragen. Acht bis zehn Millisekunden zusätzlich fallen in Spielen mit engen Sprungfenstern auf. Wer präzise Plattformspiele spielt, sollte deshalb Modelle wählen, für die Messwerte veröffentlicht sind, statt nach Preis zu gehen.

Was die Originale nicht mehr können

Ein Punkt, den Sammler ungern hören: Dreißig Jahre alte Controller sind Verschleißteile. Die leitfähige Beschichtung unter den Gummikuppeln reibt sich ab, wodurch Tasten mehr Druck brauchen. Die Kabel werden am Übergang zum Gehäuse brüchig.

Beides lässt sich beheben, mit Ersatzkuppeln und neuen Kabeln, und beides ist an einem Nachmittag zu schaffen. Wer das nicht will, fährt mit einem guten Nachbau besser als mit einem müden Original.

Für Prügelspiele ist ein Controller ohnehin die falsche Bauform. Was dort passt, steht unter Arcade-Sticks.

Anbieter im Überblick

USB-Nachbau im klassischen Design

Neuware in der Form der alten Controller, mit Vierwege-Steuerkreuz und Kabel oder Bluetooth.

Preisrahmen 25–60 €

Spricht dafür

  • Sofort einsatzbereit, keine Bastelei
  • Neue Schalter, kein Verschleiß aus dreißig Jahren
  • Meist zusätzlich Bluetooth für Handheld und Telefon

Spricht dagegen

  • Gehäusehaptik trifft das Original nicht immer
  • Qualität schwankt zwischen Herstellern deutlich

Adapter für Originalcontroller

Kleine Box mit dem alten Steckerformat auf der einen und USB auf der anderen Seite.

Preisrahmen 20–50 €

Spricht dafür

  • Das Original bleibt unverändert, kein Eingriff
  • Genau das Gefühl von damals, weil es dasselbe Gerät ist

Spricht dagegen

  • Verschleiß der alten Gummikuppeln bleibt bestehen
  • Billige Adapter mit spürbarer Verzögerung sind verbreitet

Bluetooth-Modul zum Nachrüsten

Platine, die im Originalcontroller den Kabelanschluss ersetzt. Akku meist enthalten.

Preisrahmen 25–45 €

Spricht dafür

  • Originalgerät wird kabellos und an modernen Geräten nutzbar
  • Meist ohne Löten, nur Stecken und Schrauben

Spricht dagegen

  • Eingriff ins Original, bei Sammlerstücken wertmindernd
  • Akku ist ein Verschleißteil im sonst unverwüstlichen Gehäuse

Häufige Fragen

Warum fühlt sich ein modernes Steuerkreuz anders an?
Weil es meistens acht Richtungen unterstützt statt vier. Die klassischen Kreuze der 8- und 16-Bit-Ära schalteten sauber getrennte Richtungen, was bei Sprungpassagen und Plattformspielen entscheidend ist. Moderne Kreuze lösen Diagonalen leichter aus, was in 2D-Spielen zu ungewollten Eingaben führt.
Fügen Adapter spürbare Verzögerung hinzu?
Gute Adapter liegen bei ein bis zwei Millisekunden und sind damit unter der Wahrnehmungsschwelle. Billige Universaladapter mit Abfrageraten unter 250 Hertz können auf acht Millisekunden und mehr kommen, was in Spielen mit engen Sprungfenstern auffällt. Die Abfragerate steht selten im Datenblatt, aber Vergleichsmessungen sind für die gängigen Modelle öffentlich.
Lohnt der Umbau eines Originalcontrollers auf Bluetooth?
Wenn das Gerät ohnehin vorhanden ist, ja. Die Module werden an die vorhandene Platine gesteckt, brauchen meist keinen Lötkolben und machen den Originalcontroller an modernen Geräten nutzbar. Bei Sammlerstücken in gutem Zustand ist der Eingriff allerdings wertmindernd.

Passend dazu

Arcade-Sticks

Kugelgriff, Mikroschalter, acht Tasten. Ein Eingabegerät für genau eine Sorte Spiel, das dort aber alles ändert.

Emulator-Handhelds

Kleine Linux-Geräte mit Steuerkreuz, die alte Systeme nachbilden. Technisch faszinierend, rechtlich heikel, und der Markt ist voller Geräte mit vorinstalliertem Diebesgut.

Mini-Konsolen

Verkleinerte Neuauflagen mit fest eingebauter Spieleauswahl. Nichts einzurichten, nichts zu klären, dafür keine Erweiterung.

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