Konsolen & Zubehör
Controller für Konsole und PC, nach Bauart sortiert
Sticks, Trigger, Akku, Verbindung. Vier Bauteile entscheiden darüber, ob ein Controller nach zwei Jahren noch taugt oder in der Schublade liegt.
- 4
- entscheidende Bauteile
- 2–5 Jahre
- typische Stick-Lebensdauer
- 8 ms
- Unterschied Kabel zu Funk
Ein Controller wird nach Handgefühl gekauft und nach Haltbarkeit bewertet. Zwischen beidem liegen etwa zwei Jahre. Wer schon einmal einen Controller wegen Stick-Drift ersetzt hat, kauft beim nächsten Mal anders, und genau darum geht es hier: welche vier Bauteile entscheiden, ob das Gerät ein Verbrauchsartikel ist oder nicht.
Die Sticks entscheiden über die Lebensdauer
Fast alle Controller messen die Stickposition mit Potentiometern. Das ist ein Schleifkontakt, der über eine Widerstandsbahn läuft. Er ist billig, präzise und verschleißt zwangsläufig, weil bei jeder Bewegung Material abgetragen wird. Wenn die Bahn stellenweise abgenutzt ist, meldet der Controller eine Auslenkung, obwohl der Stick in der Mitte steht. Das ist Stick-Drift, und er kommt bei intensiver Nutzung nach ein bis zwei Jahren, bei gelegentlicher nach vier bis fünf.
Die Alternative sind Hall-Effekt-Sensoren. Sie messen ein Magnetfeld, das ein am Stick befestigter Magnet erzeugt, und berühren dabei nichts. Es gibt keinen mechanischen Verschleiß am Messsystem. Der Rest des Controllers verschleißt weiterhin, aber der häufigste Ausfallgrund fällt weg.
Der Haken: Die großen Hersteller bauen sie in ihre Standardcontroller bis heute nicht ein, sondern nur teils in Profimodelle. Wer sie will, kauft meist bei Drittanbietern und verzichtet dafür auf feinere Vibrationseffekte.
Die Stromversorgung entscheidet über die Nutzbarkeit
Drei Bauarten sind im Umlauf. Fest verbauter Akku ist bequem und legt die Lebensdauer des Controllers auf die des Akkus fest, meist drei bis fünf Jahre. Wechselakku oder Batteriefach ist unbequemer im Alltag und macht das Gerät praktisch unbegrenzt haltbar. Reiner Kabelbetrieb spart Gewicht und Kosten.
Der praktische Unterschied zeigt sich beim zweiten Controller: Ein Gerät mit Batteriefach lässt sich nach zwei Jahren Schubladenlagerung sofort benutzen, ein fest verbauter Akku ist dann oft tiefentladen.
Verbindung: Bluetooth schlägt Dongle
Ein Controller mit Bluetooth funktioniert an Konsole, PC, Tablet und Telefon. Ein Controller mit eigenem Funkempfänger funktioniert an dem Gerät, in dem der Empfänger steckt, und ist verloren, sobald der Empfänger verloren ist. Ersatzempfänger sind selten einzeln erhältlich.
Der oft genannte Latenzvorteil des Dongles existiert, liegt aber im Bereich weniger Millisekunden und ist außerhalb kompetitiver Spiele ohne Belang.
Was der Aufpreis zum Profimodell kauft
Nicht Präzision, sondern Ergonomie und Reparierbarkeit. Die Zusatztasten auf der Rückseite erlauben es, Sprung oder Ducken zu betätigen, ohne den rechten Daumen vom Stick zu nehmen. Wer Spiele spielt, in denen das vorkommt, merkt den Unterschied sofort. Wer Rollenspiele und Rennspiele spielt, merkt ihn nie.
Der zweite, unterschätzte Vorteil: Bei Profimodellen sind Sticks und Steuerkreuze Verschleißteile mit Ersatzteilnummer. Ein Standardcontroller mit Drift wird ersetzt, ein Profimodell bekommt ein neues Stickmodul.
Kurz zusammengefasst
Wer selten spielt, fährt mit dem Standardcontroller des Herstellers am besten. Wer viel spielt, sollte Hall-Effekt-Sticks ernsthaft prüfen, weil sie den häufigsten Ausfallgrund ausschließen. Und wer kompetitiv spielt, kauft das Profimodell nicht wegen der Genauigkeit, sondern wegen der Tasten auf der Rückseite und der Ersatzteile.
Passend dazu: Wie sich die Akkufrage sauber lösen lässt, steht unter Ladestationen und Akkus. Wer alte Konsolen am PC spielt, findet unter Retro-Controller am PC die Sonderfälle.
Anbieter im Überblick
Standard-Controller des Konsolenherstellers
Der mitgelieferte Controller, einzeln nachgekauft. Setzt den Maßstab für Kompatibilität und Firmware-Pflege.
Preisrahmen 55–75 €
Spricht dafür
- Funktioniert nach jedem Systemupdate garantiert weiter
- Vollständige Unterstützung von Vibration und adaptiven Triggern
- Bester Wiederverkaufswert
Spricht dagegen
- Potentiometer-Sticks, also Drift-anfällig
- Akku fest verbaut, kein Tausch ohne Öffnen
Controller mit Hall-Effekt-Sticks
Bauform meist am Original orientiert, aber mit berührungsloser Stickmessung. Die einzige Bauart, die Stick-Drift konstruktiv ausschließt.
Preisrahmen 45–90 €
Spricht dafür
- Kein Drift durch Verschleiß der Sticks
- Häufig mit Wechselakku oder Batteriefach
- Meist Bluetooth statt eigenem Dongle
Spricht dagegen
- Adaptive Trigger und feine Vibration oft nicht oder nur eingeschränkt
- Firmware-Updates hängen am Drittanbieter
Profi-Controller mit Rückseitentasten
Zusatztasten an der Unterseite, tauschbare Sticks und Steuerkreuze, meist mit Transportkoffer.
Preisrahmen 130–200 €
Spricht dafür
- Rückseitentasten lösen das Daumenproblem beim gleichzeitigen Zielen
- Verschleißteile tauschbar statt Gerät ersetzen
- Profile pro Spiel speicherbar
Spricht dagegen
- Preis auf dem Niveau von zwei Standard-Controllern
- Zusatztasten brauchen Eingewöhnung und werden oft nicht genutzt
Häufige Fragen
Was ist Stick-Drift und lässt er sich verhindern?
Kabel oder Funk?
Lohnt ein Profi-Controller mit Rückseitentasten?
Passend dazu
Ladestationen & Akkus
Dock, Ladekabel oder Wechselakku. Drei Wege, dasselbe Problem zu lösen, mit sehr unterschiedlichen Folgen für die Lebensdauer des Controllers.
Retro-Controller am PC
Nachbauten mit USB, Adapter für Originalgeräte oder Bluetooth-Module im alten Gehäuse. Drei Wege, das Steuerkreuz von damals wieder zu benutzen.
Gaming-Headsets
Klinke, USB oder Funk. Der Anschluss entscheidet darüber, an wievielen Geräten das Headset später noch funktioniert, und damit über den Preis pro Nutzungsjahr.
Speicher erweitern
Interne SSD, externe Platte oder einfach aufräumen. Die teuerste Lösung ist selten die nötige, und für ältere Spiele reicht die billigste.