HaiFiveGaming, Retro und Nerd-Kultur

Setup

Monitor für die Konsole, und wo der Ton bleibt

120 Hertz, niedriger Eingabeverzug, variable Bildrate. Drei Angaben zählen, eine vierte wird vergessen und ruiniert das Ergebnis.

Zuletzt geprüft am 14.8.2026 · 7 Minuten Lesezeit

120 Hz
sinnvolles Maximum an der Konsole
< 10 ms
guter Eingabeverzug
27 Zoll
Obergrenze am Schreibtisch

Eine Konsole an einem Schreibtischmonitor ist ein sinnvoller Aufbau, wenn der Platz für einen Fernseher fehlt oder wenn dieselbe Fläche für Arbeit und Spiel genutzt wird. Er bringt drei Vorteile und ein Problem mit.

Was zählt, in dieser Reihenfolge

Eingabeverzug. Das ist die Zeit zwischen dem Signal am Eingang und dem sichtbaren Bild. Werte unter zehn Millisekunden sind gut, über dreißig fällt es auf. Der Wert steht selten im Datenblatt, wird aber von unabhängigen Tests regelmäßig gemessen. Er ist nicht dasselbe wie die beworbene Reaktionszeit, die nur den Farbwechsel eines Bildpunkts beschreibt.

Bildwiederholrate, aber nur bis 120 Hertz. Aktuelle Konsolen liefern nicht mehr. Alles darüber ist am Konsolenaufbau wirkungslos. Wichtig ist dabei der Anschluss: Nur eine ausreichend neue HDMI-Version überträgt 120 Bilder bei voller Auflösung, sonst fällt das Gerät automatisch auf 60 zurück.

Variable Bildwiederholrate. Sie passt die Anzeige an die tatsächlich gelieferte Bildzahl an und verhindert damit Bildrisse, ohne den Verzug zu erhöhen. Das ist der spürbarste Gewinn bei Titeln, deren Bildrate schwankt, und das sind die meisten.

Die Größe ist keine Frage des Budgets

Am Schreibtisch sitzt man 60 bis 80 Zentimeter vom Bildschirm entfernt. Bei 27 Zoll füllt das Bild damit bereits das komfortable Sichtfeld aus. Alles darüber zwingt zu Kopfbewegungen, was bei Spielen mit wichtigen Anzeigen an den Bildrändern anstrengend wird.

Wer einen größeren Bildschirm will, braucht mehr Abstand und damit einen tieferen Tisch. Die Rechnung dazu steht unter Schreibtisch einrichten.

Das Tonproblem

Fernseher haben brauchbare Lautsprecher, Monitore praktisch nie. Das ist kein Sparfehler, sondern eine Bauartfrage: Für Klang braucht ein Lautsprecher Volumen, und ein Monitorgehäuse hat keines.

Drei Wege führen heraus. Kopfhörer am Controller ist der einfachste und in gemeinsam genutzten Wohnungen oft der einzige praktikable. Aktive Lautsprecher am Kopfhörerausgang des Monitors funktionieren, sofern dieser Ausgang nicht rauscht, was er bei günstigen Geräten oft tut. Eine kleine Soundbar unter dem Bildschirm ist die bequemste Lösung und kostet Tischtiefe.

Welche Kopfhörer dazu passen, steht unter Gaming-Headsets.

Anbieter im Überblick

Monitor mit 120 Hz und variabler Bildrate

Die passende Klasse für aktuelle Konsolen. Wichtig ist HDMI in einer Version, die 120 Hertz bei voller Auflösung überträgt.

Preisrahmen 250–450 €

Spricht dafür

  • Nutzt den 120-Hz-Modus aktueller Titel voll aus
  • Variable Bildrate verhindert Bildrisse ohne Zusatzverzögerung
  • Meist mit Spielmodus, der die Bildverarbeitung abschaltet

Spricht dagegen

  • Ohne passenden HDMI-Anschluss fällt die Bildrate auf 60
  • Lautsprecher praktisch immer unbrauchbar

Monitor mit 60 Hz und niedrigem Eingabeverzug

Für alles außer kompetitiven Titeln vollkommen ausreichend, deutlich günstiger.

Preisrahmen 130–250 €

Spricht dafür

  • Preislich attraktiv, bei gleicher Bildqualität
  • Niedriger Eingabeverzug ist auch hier verfügbar

Spricht dagegen

  • Kein Nutzen aus 120-Hz-Modi
  • Bildrisse ohne variable Bildrate sichtbar

Soundbar oder aktive Lautsprecher

Löst das Tonproblem am Schreibtisch dauerhaft, ohne Kopfhörer.

Preisrahmen 60–200 €

Spricht dafür

  • Deutlich besser als jeder Monitorlautsprecher
  • Auch für Musik und Videokonferenzen nutzbar

Spricht dagegen

  • Braucht Platz vor oder unter dem Bildschirm
  • Zusätzliche Kabel und Stromversorgung

Häufige Fragen

Bringen mehr als 120 Hertz an der Konsole etwas?
Nein. Aktuelle Konsolen geben maximal 120 Bilder pro Sekunde aus, und das auch nur bei Titeln, die einen entsprechenden Modus anbieten. Ein Bildschirm mit 240 oder 360 Hertz bekommt an der Konsole schlicht keine zusätzlichen Bilder geliefert. Am PC sieht das anders aus.
Was ist der Unterschied zwischen Reaktionszeit und Eingabeverzug?
Die Reaktionszeit beschreibt, wie schnell ein Bildpunkt die Farbe wechselt, und wird von Herstellern prominent beworben. Der Eingabeverzug beschreibt, wie lange das Signal vom Eingang bis zur Anzeige braucht, und steht meist gar nicht im Datenblatt. Für das Spielgefühl ist der zweite Wert der entscheidende.
Wie löst man das Tonproblem?
Über den Kopfhörerausgang des Monitors, über den Controller oder über externe Lautsprecher. Der Kopfhörerausgang vieler Monitore ist schwach und rauscht. Am zuverlässigsten ist der Weg über den Controller, weil dort ein separater Verstärker sitzt und die Lautstärke am Gerät regelbar bleibt.

Passend dazu

Gaming-Headsets

Klinke, USB oder Funk. Der Anschluss entscheidet darüber, an wievielen Geräten das Headset später noch funktioniert, und damit über den Preis pro Nutzungsjahr.

Schreibtisch

Höhe, Tiefe, Tragfähigkeit und Kabel. Vier Maße, die vor jeder Kaufentscheidung stehen und die kaum eine Produktseite vollständig nennt.

Gaming-Stühle

Die Rennsitzform kommt aus dem Auto und löst dort ein Problem, das am Schreibtisch nicht existiert. Was tatsächlich zählt, steht in vier Angaben.

Licht im Spielzimmer

Bunte Streifen sehen auf Fotos gut aus. Was die Augen entlastet, ist etwas anderes, und es kostet weniger.

Zurück zur Übersicht Setup