Netzkultur & Dienste
Der Akku, die Orange und ein Video von 2010
Ein kurzer Beitrag über ein Video, das eine Frucht als Energiequelle für ein Telefon vorschlug. Der Titel wurde zum stehenden Satz.
Archivbeitrag. Der ursprüngliche Text von 2010 ist hier nicht wiedergegeben; dieser Beitrag fasst ihn zusammen und ordnet ein, was daraus geworden ist. Die Adresse ist unverändert erhalten, weil bis heute darauf verlinkt wird.
Der Beitrag vom 12. Februar 2010 besteht aus zwei Sätzen und einem Video: einem Werbefilm, der eine Frucht als Energiequelle für ein Telefon inszenierte. Der Autor stellte die Frage, ob er diesen Satz in Zukunft wohl mal sagen werde.
Die Antwort nach fünfzehn Jahren: nein, aber das Problem dahinter ist geblieben. Die Akkulaufzeit ist die einzige Kenngröße bei Mobiltelefonen, die sich seit 2010 kaum verbessert hat. Displays wurden größer und heller, Rechenleistung vervielfachte sich, die Laufzeit blieb bei etwa einem Tag. Der Grund ist einfach: Jeder Fortschritt bei der Energiedichte wurde in mehr Leistung investiert statt in längere Laufzeit.
Was sich stattdessen änderte, ist die Infrastruktur drumherum. Zusatzakkus, kabelloses Laden, Schnellladen, Ladepunkte in Zügen und Cafés. Statt das Gerät länger laufen zu lassen, wurde das Nachladen überall möglich gemacht.
Dass ein Werbefilm über eine Frucht als Ladegerät 2010 als Netzfundstück durch Blogs gereicht wurde, sagt außerdem etwas über die Werbeformen dieser Zeit. Mehr dazu unter Werbefilme.
Passend dazu
BuzzMe
Eine App von 2009, mit der man kostenlos Kurznachrichten an andere Geräte derselben Marke schicken konnte. Eine Internetverbindung war zwingend.
Chatroulette
Ein Dienst, der Fremde per Webcam zusammenwürfelte, war 2010 wochenlang Gesprächsthema. Der ursprüngliche Beitrag war skeptisch.
Kaufdetails
Der Autor protokolliert minutengenau, wie er über eine Auktionsplattform an ein Mobiltelefon kam. Ein Sittenbild des Onlinehandels von damals.