Blogkultur
Eine weitergereichte Geschichte, ungeprüft
Der Autor gibt eine ihm zugesandte Geschichte wieder und schreibt ausdrücklich dazu, dass er nicht weiß, ob sie stimmt.
Archivbeitrag. Der ursprüngliche Text von 2010 ist hier nicht wiedergegeben; dieser Beitrag fasst ihn zusammen und ordnet ein, was daraus geworden ist. Die Adresse ist unverändert erhalten, weil bis heute darauf verlinkt wird.
Der Beitrag vom 13. Februar 2010 gibt eine Geschichte wieder, die dem Autor zugesandt wurde. Bemerkenswert ist der erste Satz: Er wisse nicht, ob die Geschichte erfunden oder echt sei, er finde sie lustig und plausibel und erzähle sie deshalb.
Diese Offenheit ist aus heutiger Sicht das Interessanteste an dem Beitrag. Die Unsicherheit über den Wahrheitsgehalt wird nicht versteckt, sondern vorangestellt, und die Weitergabe wird trotzdem gemacht, mit Unterhaltung als ausdrücklicher Begründung.
Was daraus geworden ist, kennt man. Dieselbe Mechanik, also eine gute Geschichte ohne Prüfung weitergeben, ist heute ein gesellschaftliches Problem. Der Unterschied liegt nicht im Verhalten, sondern in der Reichweite und darin, dass der Hinweis auf die ungeklärte Herkunft meist fehlt.
Der Beitrag von 2010 macht damit ungewollt vor, was heute empfohlen wird: Wenn schon weitergeben, dann mit einer klaren Angabe zur Quelle und zur Unsicherheit. Dass das damals selbstverständlich war und heute nicht mehr, hat weniger mit den Menschen zu tun als mit den Plattformen, auf denen weitergegeben wird.
Passend dazu
Anziehend III
Der Autor bekommt ein kostenloses T-Shirt von einem Anbieter und listet mehrere andere Blogger auf, bei denen es ebenfalls geklappt hat.
Armut kennt viele Geschichten
Ein kurzer Verweis auf ein Video zum Thema Armut, ohne Kommentar außer zwei Worten.
Ein Herz für Blogs
Der Autor stellt im Rahmen einer Blogaktion mehrere kleine, damals unbekannte Blogs vor. Ein Teil davon existiert bis heute.